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Peter Bastian Architekten BDA
 
                                 


Neubau eines
Bürogebäudes
am Mittelhafen
Münster

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Erläuterungen zum Entwurf

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Erläuterungstext
Um alle Anforderungen an zeitgemäßes Arbeiten, an Kapazität aber auch an moderne technische Ausstattung und nachhaltige Energieeffizienz zu erfüllen möchte die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe am Südufer des Stadthafenbeckens in Münster einen Neubau errichten.
Der neue Sitz der Ärzteversorgung wird auf einem gemeinsamen Sockel mit dem Neubau der Fiege-Münster-Hafen GmbH stehen und als Ensemble einer der letzten Bausteine in der Bebauung des Stadthafens sein.
Um gleichermaßen die öffentliche Verbindung zwischen der Straße Am Mittelhafen und den Kaiflächen zu betonen und den Platz auf dem Sockel schützend einzufassen erhält die Grundrissfigur des Gebäudes einen leichten Knick. Der Weg für Fußgänger und Radfahrer auf der westlichen Grundstücksseite wird mit diesem städtebaulichen Werkzeug geöffnet. Der halbprivate Charakter der Fläche zwischen den beiden Verwaltungsgebäuden wird durch die Gebäudeform im Zusammenspiel mit dem erhöhten Niveau verstärkt.
Der Niveauunterschied zur Wasserkante wird durch eine breite Freitreppe überbrückt.
Über eine Karusselltür an der Ostseite betritt man den Empfangsbereich im großzügigen Foyer des Neubaus. Gleich hinter dem Empfangsbereich befindet sich die Wartezone unter der offenen 2-geschossigen Galerie. Entsprechend sind im Erdgeschoss dann die Nutzungen mit Besucherverkehr, z.B. Beratungszimmer etc. verortet. Die weiteren Abteilungen ohne Besucherverkehr verteilen sich dann entsprechend der organisatorischen Abhängigkeiten auf die 5 Obergeschosse. Im 4.Obergeschoss befindet sich vor allem die Geschäftsführung und im 5.Obergeschoss befinden sich der teilbare große Sitzungssaal und weitere Besprechungsräume. Durch die leicht nach vorne kippende Gebäudesilhouette entstehen nach oben sich stetig vergrößernde Balkone. So ist dem Sitzungssaal ein ca. 70m2 großer Balkon vorgelagert.
In der 2-geschossigen Tiefgarage befinden sich neben Archiv- und Lagerräumen 117 Parkplätze für Autos und 87 Fahrradstellplätze in einem Fahrradkeller. Davon sind 19 Stellplätze in einem separaten Raum für E-Bikes mit Steckdosen ausgestattet.
Der vorliegende Entwurf basiert auf einer modularen Ordnung, die aus den verschiedenen erforderlichen Funktionsbereichen differenziert abgeleitet wird. Gleichzeitig wird durch den Ansatz einen möglichst kompakten und zusammenhängenden Baukörper zu entwickeln, das Bestreben nach einem wirtschaftlichen und energiesparenden Grundlayout unterstrichen. Die Planung des Gebäudes ist auf einem Rastermodul von ca.1,44 m aufgebaut. Die Länge orientiert sich an der planungsrechtlich bebaubaren Tiefe (Baugrenze) des Grundstücks. Die Gebäudebreite entwickelt sich entlang der Gebäudeform von 15,32 m am Gebäudeende auf 19,31 m in der Gebäudemitte.
Die sorgfältig gegliederten verglasten Fassadenteile spiegeln das 2-Achs-Raster wieder. Die Gebäudehülle besteht aus einem hellen Terrazzo-Marmor in den horizontalen Geschossbändern. Als Kontrast zu dem hellen Werkstein sind die Profile der Fassade dunkel eloxiert und bauen somit eine dynamische Spannung auf, die auch von weitem sichtbar wird. Um den besonderen Bedingungen durch die Gebäudehöhe und der windexponierten Lage gerecht zu werden ist ein zweischaliges Fenstersystem geplant, dass aus einem inneren System mit Öffnungsflügeln und einer äußeren Schallschutzverglasung besteht. Die Schallschutzverglasung wird seitlich gehalten und hat oben und unten ausreichend hohe Lüftungsquerschnitte. Alle Nutzer können ihre Büros so individuell und flexibel über die Fensterflügel lüften. Nur die großen Besprechungs- und Versammlungsräume erhalten zusätzlich eine mechanische Belüftung um auch bei großen Menschengruppen eine gute Luftqualität zu erhalten. Zwischen der äußeren Glasscheibe und dem eigentlichen Fenster befindet sich ein Sonnenschutzbehang. Dessen Lamellen sind so vor Sturmböen geschützt und können auch bei hohen Windgeschwindigkeiten störungsfrei benutzt werden.

Darüber hinaus sind die Behänge gut vor Verunreinigungen geschützt. Die Sonnenschutzlamellen sind separat steuerbar und dienen als Sonnen- und Blendschutz, sie können aber auch lichtlenkend eingesetzt werden und damit durch höchstmögliche Tageslichtnutzung einen Beitrag zur Reduzierung des Energiebedarfs leisten.
Die Büros erhalten einen Hohlraumboden um flexibel auf zukünftige Entwicklungen der inneren Organisation oder der Bürotechnik reagieren zu können. In der Estrichschicht zirkuliert warmes oder kaltes Wasser um die Räumlichkeiten zu beheizen oder zu kühlen. Auch die Positionierung der Stahlbetonstützen lassen verschiedene Bürokonfigurationen wie z.B. Großraum- oder Kombibüros zu.
Die schalldämmenden System-Flurtrennwände sind neben der vorgeschlagenen Glasvariante auch mit halbtransparenten oder opaken Füllungen realisierbar.
Die Betondecke wird nur gespachtelt und gestrichen. Deshalb kann diese im Sommer durch Nachtauskühlung Kälte im Bauteil speichern und diese dann im Laufe des Tages wieder abgeben. Das senkt die Kühllasten im Sommer erheblich. Durch die vorgesetzten Glasscheiben ist die Fensterlüftung über Nacht unproblematisch da auch bei geöffnetem Lüftungsflügel nicht eingebrochen werden kann. Temperaturspitzen können optional zusätzlich über Betonkerntemperierung abgefangen werden. Das ist möglich da unter den Decken nur minimale Akustiksegel montiert werden. Zusätzlich werden die Schrankfronten akustisch wirksam ausgebildet um maximal behagliche Räume zu gewährleisten.
Zur Strom- und Medienversorgung der Arbeitsplätze wird in dem Hohlraumboden unter jedem möglichen Arbeitsplatz ein Bodentank eingelassen. Dieser bietet die notwendigen Anschlüsse für Daten, Strom und Telekommunikation.
Dank des nachhaltigen und ressourcenschonenden Entwurfs sind die Grundlagen für die angestrebte DGNB-Zertifizierung geschaffen.
An der Nordseite grenzt das Gebäude mit einer Terrasse an die neu geplanten Kaiflächen. Diese liegt auf der Höhe des Sockels und somit etwas erhöht über den öffentlichen Flächen. Neben dem Gebäude führt eine breite Treppe auf das Sockelniveau.
Von der Südseite führt eine flach geneigte Rampe (≤ 3% Steigung) auf den gemeinsamen Platz zwischen den beiden Gebäuden und bietet so die barrierefreie Erschließung der Gebäude.
Die Teilung der Fassade setzt sich in der Gestaltung des Platzes als Fugen fort.
Die notwendigen Besucherparkplätze für Fahrräder (14 SP) und Autos (5 SP) werden südwestlich vom Gebäude neben der Rampe zur Tiefgarage an der Erschließungsstraße ausgewiesen. An der Westseite werden die erforderlichen ebenerdigen Grünanlagen landschaftsgärtnerisch mit Büffelgras und einigen frei platzierten Felsenbirnen gestaltet.
Die Wärmeversorgung erfolgt wie vorgegeben über Fernwärme. Durch den niedrigen Wartungsaufwand und hohe Effizienz werden die Nutzungskosten niedrig gehalten.
Durch den Einsatz von LED-Beleuchtung wird eine erhebliche Stromersparnis generiert. Der mögliche Einsatz eines Lichtmanagementsystems maximiert die Stromersparnis durch tageslichtabhängige Steuerung mit gleichzeitiger Präsenzkontrolle. Zur Minimierung der Lebenszykluskosten dient ein grundsätzlicher Verzicht auf wartungs- und pflegeintensive (Gebäude-)Techniken und Materialien.
Vor der Konkretisierung der weiteren Planung wird mit dem Nutzer ein genaues Nutzungs- und Bewirtschaftungskonzept erstellt um durch präzise eingegrenzte Anforderungen und Verantwortungen die Kosten während der Nutzungsphase (ca. 75% der gesamten Lebenszykluskosten) früh genug zu senken.
Flexibel nutzbare Flächen machen dann auch kurzfristige Nutzungsänderungen möglich. Fortlaufendes Monitoring und Vergleichen aller Wirtschaftlichkeitskennwerte (Benchmarking) im Gebäudebetrieb sorgt für nachhaltige Kontrolle der Lebenszykluskosten.