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Peter Bastian Architekten BDA
 
                                 

Hafentor
Münster

Neubau eines Gebäudeensembles am Stadthafen Münster

Eingeladener Wettbewerb 2014

           

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Erläuterungsbericht

Am nord-östlichen Ufer des Münsteraner Stadthafens I, an der Mündung in den Dortmund-Ems-Kanal soll ein Ensemble aus Büro- und Dienstleistungsgebäuden als Tor zum neuen und alten Kai-Quartier entstehen. Die Neubauten bilden also weitere Bausteine der geplanten Revitalisierung des münsterschen Stadthafenareals wie es das „Integrierte Handlungskonzept“ der Stadt Münster vorsieht.
Das Ensemble besteht aus zwei Neubauten die das Bestandsgebäude einfassen.
Ein 5-geschossiger Baukörper (Hafentor 2) ist orthogonal auf das Hafenbecken ausgerichtet und schließt in der Flucht des umgenutzten, ehemaligen Speichergebäudes vor der Uferkante ab.
Das Hauptgebäude (Hafentor 1) besteht aus einem 5-geschossigen Bereich in der abgewinkelter Verlängerung des ersten Gebäudes und einem 12-geschossigen Bereich der in Ost-West-Richtung steht.
Zusammen mit den bestehenden Gebäuden bilden die neuen Gebäude einen fein proportionierten Platz als Auftakt des Hafenwegs und Mittelpunkt des neuen Quartiers am Wasser.
Es ist im Rahmen der städtebaulichen Bedingungen eine hochwertige Lösung in Bezug auf die Grundrissorganisation und die Materialität gefunden worden. Diese weist auch aufgrund ihrer Flexibilität bei der Gestaltung der Büros eine hohe Wirtschaftlichkeit auf. Von diesem Platz aus werden sämtliche Gebäude erschlossen.
Die Nutzungseinheiten im Erdgeschoss sind zum Platz raumhoch verglast und verbinden so den Außen- mit dem Innenraum. Die großzügige lichte Höhe von 4,25m bietet die Möglichkeit hier z.B. ein Café unterzubringen. Auf diese Weise wird der Platz zusätzlich belebt. Die Nutzungseinheit im Erdgeschoss erhält auch einen weiteren Eingang Richtung Schillerstraße. Die neue Planung bindet also auch das bestehende Viertel nördlich der Schillerstraße mit ein.
Denkbar ist hier eine Nutzung mit Kundenverkehr.
Über ein repräsentatives Foyer gelangt man zum Treppenhaus und Aufzug. In den Obergeschossen 1-4 befinden sich flexibel gestaltete Büroflächen. In den Obergeschossen 5 – 11 können entweder ebenfalls Büroflächen – je eine oder zwei Einheiten – oder alternativ Wohnungen (110 – 150qm) geschaffen werden.
Über die Schillerstraße erfolgt auch die Zufahrt zu den beiden Tiefgaragen. Die TG von Haus 1 befindet sich im Kreuzungsbereich, die Einfahrt zur TG Haus 2 wird über den Kreuzungspunkt der neu angelegten Stichstrasse mit dem Hafenweg erschlossen
Die sorgfältig gegliederte Gebäudehülle besteht aus einer hell-beige-grauem Klinkerfassade. Durch die plastische Ausgestaltung der Geschossbänder erzeugt das Gebäude auch aus der Ferne eine Spannung stellt damit gleichzeitig eine zeitgemäße Fortsetzung der Klinker geprägten Bauweise am Hafen dar. Die souveräne Gestalt des 12-geschossig aufgehenden Büroturms bildet eine weitere Landmarke im Stadtbild Münsters und markiert diesen zukunftsträchtigen Ort.
Die moderne Uferpromenade mit den Sichtbetonbänken wird fortgesetzt und die hafentypische Gestaltung der Außenflächen mit den alten Schienensträngen und Grauwacke-Pflasterung wieder hergestellt.
Der vorliegende Entwurf basiert auf einer strengen modularen Ordnung, die aus den erforderlichen Funktionsbereichen differenziert abgeleitet wird. Gleichzeitig wird durch den Ansatz einen möglichst kompakten und zusammenhängenden Baukörper zu entwickeln, das Bestreben nach einem wirtschaftlichen und energiesparenden Grundlayout unterstrichen. Die Planung des Gebäudes ist auf einem Raummodul von 4,20m aufgebaut, entsprechend einem Achsmaß von 1,40m.
Das daraus abgeleite 8,40m Achsmaß für die Tiefgarage erlaubt ein flächeneffizientes TG- Layout bei gleichzeitig ausreichend dimensionierten Stellplätzen.
Das Gebäude wird als Skelettbetonkonstruktion errichtet. Die geschlossenen Außenwände werden als zweischaliges Mauerwerk erstellt, Dämmstärken entsprechend der aktuellsten ENEV-Fassung. Die Verblendschale besteht aus hell-beigen-grauen Dünnformatziegeln im wilden Verband. Die Brüstungen werden als Fertigelemente mit passenden Verblendriemchen hergestellt. Hierdurch lässt sich die Bauzeit merklich reduzieren. Sämtliche Decken sowie die Aufzugsschächte sind aus Stahlbeton gefertigt. Die Ausführung der Tiefgaragen erfolgt in WU-Beton.
Um den besonderen Bedingungen durch die Gebäudehöhe und der windexponierten Lage gerecht zu werden ist ein Fenstersystem geplant dass einen integrierten Sonnenschutz im Öffnungsflügel hat. Dadurch sind die Lamellen vor Sturmböen geschützt und können auch nicht verunreinigen. Die äußere Glasscheibe schützt aber nicht nur den Sonnenschutzbehang, sie bietet auch einen zusätzlichen Schutz vor zu hoher Schallimission.
Die in die Verbundfensterkonstruktion integrierten Sonnenschutzlamellen sind separat steuerbar und dienen als Sonnen- und Blendschutz, sie können aber auch lichtlenkend eingesetzt werden und damit durch höchstmögliche Tageslichtnutzung einen Beitrag zur Reduzierung des Energiebedarfs leisten.
Jedes zweite Fensterelement ist ein Öffnungsflügel mit Dreh- und Kippfunktion.
Die tiefen Fensterbrüstungen enthalten zur Lüftung und Klimatisierung der Büros Fancoils. Durch die integrierte Wärmerückgewinnung können diese Geräte sehr effizient sowohl heizen als auch kühlen. Durch die dezentrale Einrichtung in jedem Büro ist eine nutzerspezifische, individuelle und natürliche Lüftung für den jeweiligen Benutzer möglich.
Notwendige Technik wird versteckt auf dem Dach des 11.OG hinter einer ca. 2 m hohen Attikaaufkantung platziert. Eine flexible Medienversorgung erfolgt über systematisch angeordnete Bodentanks im durchgehenden Hohlraumboden.
Durch die Abhangdecken in der Mittelzone können die Sanitärbereiche flexibler geplant werden. Die Raumhöhen sind je nach Geschoss und Zone 2,70m bis 4,25m. Alle öffentlichen Bereiche wie Foyers und Treppen, aber auch die Sanitärbereiche sind mit großformatigen Betonwerksteinplatten ausgelegt. Nur die Büroflächen erhalten im Wesentlichen Nadelfilz.
Um die Anforderungen an den Brandschutz zu erfüllen wird wegen der Größe der möglichen Büroeinheiten eine flächendeckende Brandmeldeanlage installiert und das Treppenhaus erhält eine mechanische Entlüftungsanlage. Durch dieses Sicherheitstreppenhaus kann ein zweiter Treppenkern gespart werden.
Zur Minimierung der Lebenszykluskosten dient ein grundsätzlicher Verzicht auf wartungs- und pflegeintensive (Gebäude-)Techniken und Materialien. So ist z.B. die Klinkerfassade nicht sehr pflegebedürftig, die Brüstungsfenster lassen sich ohne großen Aufwand von innen reinigen.
Vor der Konkretisierung der weiteren Planung wird mit den verschiedenen Nutzern ein genaues Nutzungs- und Bewirtschaftungskonzept erstellt um durch präzise eingegrenzte Anforderungen und Verantwortungen die Kosten während der Nutzungsphase (ca. 75% der gesamten Lebenszykluskosten) früh genug zu senken.
Flexibel nutzbare Flächen machen dann auch kurzfristige Nutzungsänderungen möglich. Fortlaufendes Monitoring und Vergleichen aller Wirtschaftlichkeitskennwerte (Benchmarking) im Gebäudebetrieb sorgt für nachhaltige Kontrolle der Lebenszykluskosten. Planerische Grundlagen für die Optimierung der Energieeffizienz sind vor allem das sehr gute Verhältnis von Hüllfläche zu Gebäudevolumen sowie der Verzicht auf zu große Glasfassaden.
Niedrige Lebenszykluskosten als ein Teil der hohen ökonomischen Qualität, aber auch die hohe ökologische Qualität in Form von nachhaltigen Materialien, z.B. Klinker und einer geringen Flächeninanspruchnahme legen neben den soziokulturellen, den funktionalen und den technischen Qualitäten den Grundstein für eine mögliche Zertifizierung nach DGNB.